Vor 60 Jahren: Stapellauf der FRITZ HECKERT

Fritz Heckert

Am 25. Juni 1960 lief das Kreuzfahrtschiff FRITZ HECKERT vom Stapel. Sie war das einzige Kreuzfahrtschiff, das in der DDR für die DDR gebaut wurde. Bauwerft war die Mathias-Thesen-Werft in Wismar (heute MV-Werften).

Die FRITZ HECKERT (IMO 5121835) war 141,17 Meter lang, 17,60 Meter breit und mit etwa 7.400 BRT vermessen. Das Schiff hatte Platz für 380 Passagiere. Fertiggestellt wurde das FDGB-Urlauberschiff im April 1961. Die FRITZ HECKERT war hauptsächlich mit Zwei-Bett-Kabinen ausgestattet, darüber hinaus mit einigen Drei-Bett-Kabinen und Vier-Bett-Kabinen. An Bord befanden sich zwei Schwimmbäder.

Eingesetzt wurde der Liner für Kreuzfahrten im Ostsee-Raum, im Nordmeer und hin und wieder auch im Mittelmeer.

Technisch war das Schiff allerdings nicht einwandfrei konstruiert. Es unterlag starken Roll-Bewegungen, und der Rumpf war zu weich konstruiert. Es kam zu Rissen an den Fenstern in Schiffsmitte, die auch nach Beseitigung immer wieder erneut auftraten.

Bereits im Mai 1972 wurde die FRITZ HECKERT außer Dienst gestellt. Sie diente in den Folgejahren aber noch eine Weile als schwimmendes Wohnheim für Arbeiter, zum Beispiel in Stralsund und Greifswald.

1991 kaufte die Firma Gulf Offshore Engineering das Schiff und ließ es zum Hotel-Schiff umbauen. Unter dem Namen GULF FANTASY diente der Liner in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Hotelschiff.

1999 wurde die GULF FANTASY nach Mumbai zur Verschrottung gebracht.

Fritz-Heckert-002-1 Vor 60 Jahren: Stapellauf der FRITZ HECKERT

60 years ago:  Cruise Ship FRITZ HECKERT launched

On June 25, 1960, the cruise ship FRITZ HECKERT was launched. She was the only cruise ship built in the GDR (German Democratic Republic) for the GDR. The shipyard was the Mathias-Thesen-Werft in Wismar (today MV shipyards).

The FRITZ HECKERT (IMO 5121835) was 141.17 meters long, 17.60 meters wide and measured at around 7,400 GRT. The ship had space for 380 passengers. The so-called FDGB holiday ship was completed in April 1961. The FRITZ HECKERT was mainly equipped with two-bed cabins, but also with some three-bed cabins and four-bed cabins. There were two swimming pools on board.

The liner was used for cruises in the Baltic Sea region, in the North Sea and now and then also in the Mediterranean.

Technically, the ship was not constructed properly. It was subject to strong roll movements and the hull was constructed too soft. There were cracks near the windows in the middle of the ship, which kept recurring after being repaired.

FRITZ HECKERT was decommissioned in May 1972. In the following years, however, she served as a floating dormitory for workers, for example in the Northern German ports Stralsund and Greifswald.

In 1991 Gulf Offshore Engineering bought the ship and had it converted into a floating hotel. Under the name GULF FANTASY, the liner served as a hotel ship in the United Arab Emirates.

In 1999 the GULF FANTASY was brought to Mumbai for scrapping.

60 Jahre Mikhail-Kalinin-Klasse

MIKHAIL KALININ der Mikhail-Kalinin-Klasse

Mikhail-Kalinin-Klasse oder Seefa 340.

Im Jahr 1958, also vor 60 Jahren, wurde das erste Schiff der Mikhail-Kalinin-Klasse in Dienst gestellt. Diese Schiffsklasse wurde nach dem ersten Schiff, der MIKHAIL KALININ, benannt. Diese Baureihe wurde auch Projekt 101 oder Seefa 340 genannt. Dabei stand Seefa 340 für „Seefahrgastschiff für 340 Passagiere“. Die Schiffe der Mikhail-Kalinin-Klasse wurden auf der Mathias-Thesen-Werft in Wismar gebaut, die heute unter dem Namen MV-Werften wieder Kreuzfahrtschiffe baut.

19 Schiffe zwischen 1958 und 1964

ESTONIA-001-300x192 60 Jahre Mikhail-Kalinin-KlasseDiese Schiffsklasse Seefa 340 umfasste insgesamt 19 Schiffe, die zwischen 1958 und 1964 gebaut wurden. Sie wurden alle in die damalige Sowjetunion geliefert, und zwar an unterschiedliche staatliche Reedereien, zum Beispiel die Schwarzmeer-Reederei, Fernost-Reederei etc.

ESTONIA-001-300x192 60 Jahre Mikhail-Kalinin-KlasseEs gab innerhalb dieser Schiffsklasse vier aufeinander folgende Serien, die sich ein wenig der Größe nach unterschieden. Die Vermessung der Schiffe lag zwischen 4.871 und 6.152 gross tons. Sie fuhren eine Geschwindigkeit von 17 Knoten.

Außer-Dienst-Stellung ab 1989

Die Mikhail-Kalinin-Klasse wurde 1964 von der deutlich größeren Ivan-Franko-Klasse abgelöst. Mittlerweile existiert kein Schiff der Baureihe Seefa 340 mehr. Aber auch aus der Ivan-Franko-Klasse existiert inzwischen nur noch die MARCO POLO ex ALEKSANDR PUSHKIN.

Storylines – weiteres Schiff als Altersresidenz

MARCO POLO - Schiff für Storylines

Neues Residenz-Schiff-Projekt: Storylines

Storylines mit Sitz in London starten mit einem Projekt zur Nutzung eines Kreuzfahrtschiffs als Altersresidenz. Dazu soll zunächst ein älteres Schiff, später ein weiteres umgebaut werden. Offensichtlich ist geplant, die MARCO POLO zu kaufen und entsprechend umzubauen. Dabei will man 450 Apartments unterschiedlicher Größe schaffen. Es soll fünf verschiedene Preis-Kategorien geben. Auch Einzel-Apartments sind eingeplant.

Das Schiff – die MARCO POLO

Bei der MARCO POLO (IMO 6417097) handelt es sich um die im Jahr 1965 auf der Mathias-Thesen-Werft in Wismar gebaute ehemalige ALEKSANDR PUSHKIN. Sie war eines von fünf Schwesterschiffen, die diese Werft für die Sowjetunion gebaut hat. Die MARCO POLO ist das einzige verbliebene Schiff dieser Reihe. Sie fuhr zuletzt für die britische CMV Cruise & Maritime Voyages. Das Schiff ist etwa 178 Meter lang und hat eine Tonnage von etwa 24.080 Gross Tons. Derzeit ist das Schiff für etwa 700 Passagiere ausgelegt. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 20,5 Knoten.

Schiff von Traditionswerft

Die Mathias-Thesen-Werft firmiert übrigens heute unter dem Namen MV-Werften und gehört zum chinesischen Schifffahrtsunternehmen Genting mit Sitz in Hongkong. Nach zwischenzeitlich ungewisser Zukunft werden nun auch dort wieder große Kreuzfahrtschiffe gebaut. Erst vor wenigen Tagen wurde mit dem Bau des größten jemals in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffs begonnen.

Die Ausstattung

Für den Einsatz als Altersresidenz soll die MARCO POLO entsprechend umgebaut werden. Dabei wird es wie auf einem Kreuzfahrtschiff an Bord einen Hauptspeisesaal für Frühstück,Marco-Polo-013-300x211 Storylines – weiteres Schiff als Altersresidenz Mittag- und Abendessen geben. Snacks sollen jederzeit verfügbar sein. Ebenso wird das Speisen auf der eigenen Kabine möglich sein. Darüber hinaus werden die Kabinen bzw. Apartments aber auch mit kleinen Küchen ausgestattet, so dass die Bewohner auch in ihren eigenen vier Wänden kochen können, falls sie es wünschen. Dazu soll es sogar in den Außenbereichen der Apartments Grill-Möglichkeiten geben. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Konzept von Kreuzfahrtschiffen. Weiterhin wird es an Bord voraussichtlich eine kleine Brauerei geben.

 

Entertainment an Bord

Zur Unterhaltung der Gäste soll es auf dem Schiff Entertainment-Veranstaltungen geben, zum Beispiel mit Künstlern aus den Destinationen, die angelaufen werden. Aber auch Vorträge und Kurse werden laut Planungen angeboten. Darüber hinaus wird eine Bibliothek zur Verfügung stehen. Auch einen Spa-Bereich sowie einen Beauty-Salon wird man auf dem Schiff finden, ebenso wie ein Fitness-Center. Für Landausflüge wird man auch Fahrräder an Bord nehmen.

Medizinische Versorgung

Für den Fall der Fälle wird es auch eine Arzt-Praxis an Bord geben, ein Arzt soll den Gästen jederzeit zur Verfügung stehen. Laut Angaben der Gesellschaft sollen die Kosten dafür bereits in den Kosten fürs Apartment inkludiert sein.

Wohin die Reise geht

Storylines wollen mit ihrem Schiff den gesamten Globus bereisen. Dabei hat man in interessantes Konzept aufgestellt. Etwa alle zwei Wochen werden Häfen fest eingeplant, um Bunkern, Proviant-Aufnahme etc. sicherzustellen. Über die Anlaufhäfen zwischen diesen Haupthäfen sollen die Schiffsbewohner per App abstimmen. Einchecken sowie Auschecken soll in jedem Hafen nach Belieben der Reisenden möglich sein. Übrigens sind laut Angaben von Storylines im Jahres-Reisepreis auch bereits ausgewählte Landausflüge inkludiert. Bestimmte Landausflüge müssen die Passagiere aber zusätzlich bezahlen.

Preis-Gestaltung bei Storylines

Die Apartments an Bord werden nicht gekauft, sondern geleast, und zwar für die Zeit, solange das Schiff seetauglich ist. Nach einem Verkauf des Schiffs wird ein Anteil aus den Erlösen ausgezahlt. Die Anteilseigner können aber jederzeit zwischendurch ihr Apartment verkaufen, falls sie es wünschen. Während der Zeit, in der man sein geleastes Apartment nicht nutzt, kann man es auch Freunden oder Verwandten überlassen.

Eine Jahres-Leasing-Rate dürfte beispielhaft bei etwa 250.000 US-Dollar liegen. Das entspricht etwa 200.000 Euro.

Storylines planen, mit ihrem ersten Schiff erstmals im August 2019 in See stechen zu können. Als Starthafen hat man sich Valletta auf Malta ausgesucht. Bis dahin sollen die Umbau- und Modernisierungsarbeiten mit einem Volumen von 40 Millionen US-Dollar abgeschlossen sein. Ein zweites Schiff soll später folgen.

Marco-Polo-013-300x211 Storylines – weiteres Schiff als Altersresidenz